Thema Ordnung: Begrenzung ist heilsam

    simone jahnDie Liste der Ratgeber zum Thema entrümpeln, aufräumen, Ordnung machen wächst stetig, im Internet finden sich unzählige Tipps und Tricks. Nur was ist, wenn auch nach all der Lektüre kein Impuls zur Handlung spürbar ist? Der Berg unbezwingbar scheint und das Aufräumen mit dem Partner/ der Partnerin nach spätestens 15 Minuten in einen ausgewachsenen Streit mündet?

    Dann macht es Sinn und kann den entscheidenden Motivationsschub verursachen, wenn man mich engagiert. Ein neutraler und geschulter Blick, hochgekrempelte Ärmel, viele Ideen und Tipps, die gemeinsam und tatkräftig zum Einsatz kommen verschaffen schnell ein sicht- und spürbares Ergebnis. 

    Warum aber ist vieler Besitz ab einem bestimmten, sehr individuellen Punkt belastend?

    Es ist schön, dass wir in einer so reichen, vielfältigen Welt leben, in der wir zu vielen interessanten Dingen Zugang haben. Wir nehmen an vielem teil und leben in wenigstens materieller Sicherheit.

    Dennoch verlangt uns das teilweise sehr viel Energie, Zeit und Aufmerksamkeit ab. Und ab einem gewissen Grad kann das in eine große Belastung führen. Dann sehen wir nicht mehr klar und kommen nicht mehr hinterher. Die Verwaltung, Pflege, Wahrnehmung und Ordnung der Gegenstände, Aufgaben, Termine und Anforderungen wird zu viel. Wir haben mehr Kraft, wenn wir uns begrenzen. Sonst geht die Energie in alles ein wenig aber in wenig so viel, dass es auf Dauer ausreicht und befriedigt. Aus dem Segen wird dann auch mal ein Fluch. 

    Die Dinge darauf hin zu sichten und zu prüfen, ob sie in das momentane und zukünftige Leben noch reinpassen erleichtert, verschafft Klarheit und gibt Energie. Ausmisten und sinnvoll ordnen gibt Raum und spart an vielen kleinen Stellen Zeit. 


    Buchtipps von Simone Jahn

     

    Das meint nicht Erinnerungsstücke, die gute Laune und Freude geben und uns zeigen, was wir bereits erreicht haben und wie wir zu der Person geworden sind, die wir sind. 
    Aber es können sein: Fehlkäufe, die Geschenke, an denen wir uns nicht mehr freuen, Hobbie- Gegenstände, die nicht mehr zum Einsatz kommen werden, das 3. Service, die 17. Blumenvase, die Bücher in der 2. Reihe, das stumpfe Küchenmesser und, und, und. 

    Es scheint nicht grundlos „ent- Sorgen“ zu heißen, wenn wir wegwerfen. Vielen tut es in der Seele weh, etwas wegzuwerfen, was noch zu gebrauchen ist. Von daher ist es schön, dass es einige Läden gibt, die Brauchbares als Spenden annehmen und günstig weiterverkaufen. 

    Oder sogenannte „free your stuff“ -Gruppen in Netzwerken ermöglichen den geldlosen Tausch und die Möglichkeit, eine neue Heimat für die Dinge zu finden. 
    An sonnigen Tagen eine Kiste mit einem „Zu verschenken- Schild“ an eine stärker frequentierte Straße zu stellen verschafft rasche Erleichterung und Freude bei den Leuten, die einfach so was geschenkt bekommen. Wer Zeit investieren möchte, kann sich auch noch ein paar Euros durch Internetauktionen oder Kleinanzeigen verdienen. Allerdings steht der Zeitaufwand so manches Mal nicht in Relation mit den erzielten Gewinnen. 

    Und so macht es einen spürbaren Unterschied, wenn z.B. Newsletter abbestellt, Info- und Dialogpost sofort ungeöffnet in den Papierkorb geworfen, die Handys mal ausgeschaltet oder unangenehme Verabredungen abgesagt werden. 

    Weniger ist manchmal einfach mehr. Kontakt zu Simone Jahn